Donnerstag, 26. März 2020
Vom Wohlfühlbonus - angefragt
Nachdem die meisten der noch Arbeitenden (die Systemerhaltenden ausgenommen) eh auf Computer umsteigen mußten und entweder von zu Hause oder vom Exil nun werkeln - könnte man da nicht einfach die Sommerzeit um ein Monat verschieben? Erst ab Ende April fände ich wirklich schön.

Zumal ich dann nicht will, daß demnächst sämtliche verschlafenen Senioren ihre Einkaufszeit verpassen und sich dann mehr gefährden und aufregen als nötig.
Und ob ich im Dunklen oder Dunklen heim komm, macht jetzt nicht so den Unterschied, aber durch Arbeitsexil muß ich bereits 30min vor Beginn die Kiste anwerfen + Sonntagsfahrplan - DAS macht dann wirklich was aus.

Außerdem haben dann die Leute noch für paar Wochen nicht das Gefühl, abends noch schnell "raus & Sonnen" machen zu müssen, weils eh schon dunkel wird.


In Bergamo starb ein Priester aus Nächstenliebe - er überließ sein Beatmungsgerät einem Jüngeren.
Hier hat bereits am Faschingsdienstag der Priester das Händeschüttel (gewaschen, desinfiziert - spielte keine Rolle) verweigert. Viel in den letzten Wochen darüber nachgedacht, ob der sich gezielt nach Mittel- europa versetzen ließ oder wie der zB in Afrika etc reagieren würde.
Nun ja - Nächstenliebe neu definiert.
Unsere Kirche ist nach wie vor am Sonntag zum Beten offen. Der Standort vom Priester ist bereits seit Wochen versperrt.

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Mittwoch, 25. März 2020
Andre horten Klopapier, ich offensichtlich Kopierpapier.
Hat zumindest grad sehr den Anschein.

Nachdem ich morgen einen Spezialtermin habe (also mit Zeug, auf das ich grad weder online noch sonst wie Zugriff habe), habe ich eben den Arbeitsberg umgedreht.

Also nicht nur die aktuellen 10 cm, sondern wirklich den Berg genommen. Hab mich sogar von etwa 30 Blatt Papier getrennt - eher mehr, gefühlt wenig, aber doch.

Festgestellt, daß ich in der vielen Zeit, die ich immer noch unbezahlt in der Firma hänge, tatsächlich vorausschauend Dinge kopiert habe, die ich morgen scannen kann.
Werde also nur den Scan von 2 Seiten brauchen, auf die ich ggfs. zumindest morgen noch verzichten kann.
Gleich gehts an den 20cm aussortierten Papierkram, den ich weiter aufsortieren werde, um zu sehen, WAS ich aktuell auch verwenden kann, um die Kunden bei Laune zu halten.

Eigentlich wollte ich mich heute nimmer mit der Arbeit befassen, aber mal eine übernDaumenSortierung schadet nicht und hilft dann, wenn ich mich wirklich demnächst ans Durchschauen der Dinge mache.
Sollte ich mich von den alten Kundenakten trennen, würde tatsächlich noch locker ein halbes bis Kilo Altpapier anfallen.

Bei der aktuellen Lage hoffe ich, daß kein Nachbar genug Zeit oder Nerv hat, im Papiermüll rumzuwühlen und verzichte daher aufs Konfetti reißen - 4 Teile müssen vorerst reichen. Wobei das Training auch nicht schlecht wär.

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Montag, 23. März 2020
In der Schnellbahn gabs derart Kuschelkurs, daß man gar net erst überlegen braucht, worauf diese Leute grad NICHT sind.
Irgendwie arm, daß die jetzt so sichtbar (Rudelbildung) sind und sich nimmer in der Masse verstecken können.
Mir persönlich ists ja wurscht, was die tun, aber das sollen bitte schön weit weg von mir machen. Weniger nun wegen mir, aber mit dem Exil-arbeitsplatz will ich nicht Überbringer sein. Das wäre fatal und aktuell das, was mich wirklich gedanklich sehr umtreibt.

Beim Merkur war zunächst alles unauffällig, bis es anscheinend ein geheimes Signal gab und alle kuscheln wollten.
Da war ich fast dran, zu wem zu sagen "Hören Sie mal, das mit dem Abstand ist watscheneinfach: wenn Sie so knapp an mir dran stehen, daß ich Ihnen noch eine pracken kann, dann sind Sie wohl zu nah! Sollten aber Sie und ich nicht auf Michelangelo machen können, ist alles gut."

Die Leute sollen sich zuwekreuln, gut - aber bitte auch gleich eine Verzichtserklärung für die nächsten 6 Monate unterschreiben.
Das fände ich schön.

Die Brotdealerin tat mir heute besonders leid. Montag eh immer der volle Wahnsinn, aber gepaart mit Ausgangssperre...


Arbeiten war dann interessant & bisserl aufreibend, aber der Versuchs -hase sehr putzig.
Alles in allem gehts mir heute gut - obwohl ich erst nach 8h ins Bett bin, und kurz nach 11h bereits wieder wach.
Wichtig ist: ich sitz wieder im Sattel.
Zwar auf einem störrischen Kamel (wer hat denn was andres erwartet?), aber noch halte ich mich.
Morgen zwei von meinen regulären Kunden. Ich freu mich.
Und über den nicht stattgefundenen Anruf denk ich heute nimmer nach.

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