Mittwoch, 17. März 2010
Locus pokus
Wenn ich mir anseh, wie verquert mein heutiger Arbeitstag aussieht,[nur Hetzerei (und jetzt schon Herz&Atem rasen), weil man mich mit einem B-Bus an den Stadtrand schickt,] frag ich mich, wann und wo ich zwischen 14h und 20.20 zu einem stillen Örtchen kommen könnt.

Gar nicht, wie es derzeit aussieht. Also ist wieder sämtliche Flüßigkeitsaufnahme gestrichen.
Und die Ärzte wundern sich, warum ich so wenig trink??
Ich glaub, die machen sich keine Vorstellung davon, wie das ist, wenn man stundenlang manche Möglichkeiten nicht hat.

Provisorische Nahrungsaufnahme: ein Müsliriegel und ein halbes Packerl Schnitten. Mehr hab ich nicht zu Hause - und Zeit dafür auch nur während meinen Bus-Bahn-Kombinationen.

Man findet mich heute Abend in Behandlung...

... verpflanzen (12 Kommentare)   ... bewässern


Landschaftsgestaltung
Und während ich Kärtchen um Kärtchen bekomm, verwandelt sich mein Kühlschrank in eine wundervolle Safari.

... verpflanzen (0 Kommentare)   ... bewässern


Dienstag, 16. März 2010
Urinitäten
"24 Stunden sammeln Sie", sagt die Ärztin zu mir und mir erklärt weiter – da ich dreinschau, wie ein Autobus – den großen Kanister, der mich erwartet. Kühl und lichtgeschützt gelagert kommt der mir trotzdem nicht in den Kühlschrank. Die Badezimmerheizung abgedreht muß reichen, beschließ ich in einem Moment des Durchblicks.

"Wie soll das gehen?" frage ich. Schließlich geh ich arbeiten und habe Kunden. "Na dann nehmen Sie den mit." – "Ähm und dann? Ich kann den schwer vor den Kunden herumtragen, das ist nicht machbar." Außerdem stell ich mir das einfach grandios vor, wenn der leck wird oder schlecht verschlossen ist… "Dann lassen Sie ihn am Klo stehen."
Das wird aber von Personal UND Kunden benutzt. Und für Arbeit außer Haus ist das Monster auch ungeeignet.

Und überhaupt, über 20 cm hoch, 12x 12 im Quadrat – ich frag mich, wie die sich das vorstellen. Ins Klo reinstellen ist keine Option, auch wenn ich kein Amiklo hab. Fürs ultimative Zielpinkeln fehlt mir ein entscheidender Teil. Und sollte ich noch viel mehr brauchen, solle ich abgefüllte Gläser mitbringen.
Na gut, daß ich grad wieder welche entsorgt hab.


Es fängt gut an: Statt mitten in der Nacht, wache ich viel zu spät für den morgigen 24 Stundentermin auf (drauf gschissen), tapel im Halbschlaf auf die Toilette, da fällt mir ein: da war doch diese Sache… Wirklich sehr entspannend, wenn die schlecht überlegte Befüllungsaktion dem Halbschlaf entsprechen schiefläuft. Bin ja auch ein unfreililliger Waldpinkler. Fühlt sich nervtötend und schlafraubend an.
Ist mir auch egal. Ich bin angepißt und voll genervt. Das, worüber ich mir ausschließlich Gedanken mach, ist, wie ich schnellst möglich so viel Wäsche wie möglich waschen kann. Weil ich hab Verfolgungswahn. Überall wähne ich Geruch, wo keiner sein kann, waschen 5x die Hände, die schon längst sauber sind und kann noch nicht mal entspannt am Klo sitzen – denn jeder Tropfen zählt.

Auf das Theater, daß nicht nur 90, sondern wohl volle 150 Minuten fehlen, freu ich mich ja schon. Und nein, dort werd ich nicht restpinkeln. Zudem man mich schon wieder unnüchtern zur Blutabnahme vorgeladen hat (das Theater wird immer besser). Das war, als man besorgt angerufen hat, weil ihnen der Kanister fehlte…

Montag bis Freitag wäre der abzugeben, sagt die Ärztin. Nachdem ich ihn durch die ganze Stadt geschüttelt hab. Und ich fasse tapfer den Entschulß, das so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Ja nicht zu viel darüber nachdenken, bevor es noch schüttliger wird.
"Nein", sagt die Dame von Labor, "Am Freitag kommt der Laborwagen nicht." "Gut, aber dann dauert das noch, weil Montag kann ich nicht. Bis inklusive Donnerstag und Freitag, na da nehmen Sie ja nicht…" – "Dann kommen Sie doch vor der Arbeit." Harhar, mit 7h Dienstantritt finde ich diesen Witz ausgesprochen gelungen. Mein Arbeitgeber müsse dafür Verständnis haben. Ja, sag ich dann, und ich wohl auch und ich bin gaaanz dafür, wenn dann mein Arbeitsplatz gleich im Osten landet – nein und danke nein. Dann dauert das halt etwas länger bis die sich damit rumpritscheln können.

"Und wieso sind Sie nicht nüchtern?" – "Weil ich bei der Anmeldung gefragt hab und mir drei Mal versichert wurde, daß das nicht nötig wär." und wiederhole die Geschichte, die ich schon oben erklärt hab und gleich nochmal erklären werde. "Ja dann können wir jetzt nicht" und ich nicke "Das weiß ich schon, wir sehen uns eh mit Kanister wieder".

Übrigens, erstaunlich wieviel da reinpaßt, oder besser gesagt nicht, obwohl ich extra noch weniger trink als eh schon nie.
Und dann, weil da Theater sich nun seit Wochen dahinzieht und der Kanister zwischenzeitlich Exil im Abstellraum bezog, hab ich doch glatt das Anweisungsblatt vergessen. Nun weiß ich nicht, ob das Käseverbot auch für mich gilt oder nicht, weil mit mir – weil doch Patient – redet ja niemand. Wär ja noch schöner.
Um ganz sicher zu gehen, hab ich gleich zu Mittag noch mal Käse gegessen. Schließlich sollen sie gute Ergebnisse bekommen : )

Ach und noch eins – dieses widerliche Experiment wiederhole ich begründungslos kein weiteres Mal.
Ich bin mal aufwischen. Zum 283x, mit Desinfektionsspray, wo sicher nie was war, weil frau trifft auch ohne Fliege, aber dennoch. Sicher ist sicher.

... verpflanzen (7 Kommentare)   ... bewässern


Montag, 15. März 2010
"Agent Sid, übernehmen Sie!"
Als ich dann heute endlich (unverrichteter Dinge) heimkam, hab ich mir die Wäsche vorgenommen, weil igitt und so.

Das war der Plan. Verlief nur nicht ganz so einwandfrei.
Fing damit an, daß ich die Waschküchentür nicht zusperren konnte.
Gut, dacht ich mir, befaß ich mich damit, wenn ich Wäsche tausch und ruf dann die HV an, weil den Blockwart hier rumschnüffeln, während ich meine Unterwäsche sortiere, also - vllt muß man alles haben, aber ich nicht.

Wäschetausch, noch mal ein Blick auf den verzogenen Türstock (also nicht der Türstock selber, aber.. anyway), da fällt mein Blick auf den Münzzähler. Zugegeben, den hatte ich vorher nicht besonders beachtet. Tja, Schloß weg, Lade weg. (Was bisserl eigenartig ist, weil die Lade, was macht der/die damit? Die findet sich sonst immer.)

Also hoch, Wäsche versorgt und dann die HV angerufen. Weil die HV, das kann oft dauern, und in der Zeit kann die Wäsche schon mal baumeln.
Die HV ganz aufgeregt, ich weniger, hatte ja sowas irgendwie schon letztens kommen sehen.. und während wir so sprechen, fallen mir die andren Waschküchen ein und ich frag, ob ich mal nachschauen gehen soll.

Die HV ganz aufgeregt, also nein, das wolle sie nicht, weil wenn der Räuber noch da ist, nicht daß mir auch was passiert (nicht ganz unberechtigt der Gedanke), sie schickt dann den Blockwart.
Na ja, sag ich und denk an mein grimmiges Gesicht, das angeblich sämtliche Leute regelmäßig in die Flucht schlägt und gebe zu bedenken, daß der ja auch nur ein halbes nasses Hemd nicht viel mehr Portion als ich ist - bin aber fast gerührt, daß man weniger auf mich, als auf ihn verzichten will.
Bin dann doch schnell durch die Gänge geflitzt und hab noch 2 stemmeisenbearbeitete Türen gefunden (ich frag mich wirklich, wie den Leuten ist) und Meldung erstattet.

Nun ist es so, die HV kann nicht, aber ob ich denn nicht vllt bei der Polizei und wegen Anzeige und so.
Ich, die noch 1,5 Maschinen Wäsche vor sich hat. Na gut, sag ich, und ruf dort an.

Die Kollegen waren dann pünktlich mit Fastende der Maschine da (also fliegender Wechsel, als dann alles gezeigt und notiert war), außerdem mußt ich nochmal einen amtlichen Lichtbildausweis holen und konnte die naße saubere Wäsche aus der Rauchwolke des mittlerweile eingelangten Blockwarts bringen. Wer geht schon mit sämtlichen Ausweisen, Geld, Kreditkarten in die Waschküche *gg* Aber immerhin hatte ich meine Jahreskarte dabei *lach*

Der Nachbar ging dann ins geheime Kammerl, und hat die Tür wieder gerichtet und sogar eine Lade gefunden inkl. Vorhängeschloß.
Irgendwie ist das alles bisserl seltsam. Letztes Jahr war die Lade noch da und ich hab Wochen später Überreste vom Schloß gefunden.
Jetzt war nur einmal aufgebrochen und... irgendwie muß man sich arbeitslose Tage auch vertreiben.

Und die Wäsche ist auch schon so gut wie trocken, man könnte behaupten etwas produktiv gewesen zu sein : )

... verpflanzen (25 Kommentare)   ... bewässern


Unsichtbare Linien
Heute ist es wieder passiert, ich fahr quer durch die Stadt, alles ist ok. Der Bus fährt und plötzlich fühlt sich alles anders an. Also ob wir in eine andre Blase gefahren wären. Die unsichtbare Linie sag ich manchmal. Vllt sind auch die Magnetfelder.
Dahinter ticken die Uhren anders. Und die Leute auch. Vor allem die Leute.

War dann etwas anstrengend. Insgesamt eine Stunde am "heiligen" Berg zugebracht quasi für fast Nichts. Nichts, was nicht in 5 Minuten passiert wäre.

Zunächst hat man mich mit meinem Kanister 35 Minuten warten lassen. (Okee, ich mußte mich auch eine Zeit anstellen und mich dann von der Glasfrau anbeissen lassen... Das ist mir ganz fremd, das Verhalten vorort. Dort werd ich behandelt, als wär ich drei. Und weder erklärt noch viel geredet wird da. Befehlston herrscht vor.)

Dann durfte ich den endlich abgeben und rein zum Blut.
Ähm ja, da standen alle dich aneinander gedrängt.
Keine Privatsphäre. Was mußte ich leidende Männer sehen, die tapfer aus dem Fenster stirrten, während man ihnen bisserl Saft aus den Andern entnommen hat *gg*
Theoretisch gibts dort auch noch eine Sitzreihe, müßte dort nicht der Labor-Rollstuhl zwischenparken. (Zusammenklappen wär zu viel verlangt.)
Das ging dann, als ich dran kam, eh ruckzuck. Schließlich weiß ich, wo die bei mir gern stechen und auch, wie ichs ihnen einfacher mach.

Gewartet hab ich dann draussen. Dortdrin wars mir zu voll.
Wird mir schon von Nikotin auf nüchtern sehr schlecht, so wird mir von warmen Harngeruch - vor allem in der Früh etwas süßlich - noch mehr schwummrig. Aber ich hatte ja mein Sitzplatzerl, von dem aus ich die Berieselung igoniert hab. Als ob dieses komische Programm, das die tonlos bringen... aber nun gut...

In den erstbesten Bus gestiegen, noch schnell ein Minibounty von der Messe zwischen die Zähne geschoben um den Zucker hochzufahren, und los ging die Fahrt.
Alles sehr befremdlich. Und dann, wieder über die ungesehende Grenze und alles wurde runder, heller, klarer und ich erkenne wieder das Tick Tick, in dem es hier läuft. Schwups mich rein und mach dazwischen manchmal leise Tack. Und alles ist wieder gut.

... verpflanzen (0 Kommentare)   ... bewässern