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Samstag, 1. Dezember 2007
Betäubt
sid, 18:42h
Bum bum. Die Musik dröhnt.
Bum bum. Meine Seele drückt. Bum bum. Menschen bewegen sich.
Bum bum. Tränen bilden sich. Bum bum.
Bum bum. Warten auf Erlösung. Bum bum. Er tanzt in meinem Kopf.
Bum bum. Die Lieder texten
- ich bin allein - vermisse dich -
- will bei dir sein - ich liebe dich.
Alone. Can’t forget. I miss you. Still love you.
Bum bum. Get out of my head!
Bum bum. Die Lieder verfolgen mich.
Verliebt, verletzt, vermißt.
Bum bum. Es wäre toll, wär er hier.
Bum bum. Unerträglichkeit macht sich breit.
Bum bum. Tanzen ist noch nicht.
Die Verlockung brennt. Will nicht mehr denken.
Will den Kopf frei und Frieden kriegen.
Der Arm bleibt heilt.
"Du siehst nicht gut aus".
Klar, er geht auch nicht aus meinem Kopf raus.
Ich will nicht, loslassen ist nicht.
Dann in der Einsamkeit ein Freund.
Fest in den Arm genommen. Gedrückt, hochgehoben.
Wir sind für eine halbe Ewigkeit allein. Geborgenheit.
Seele kriegt Luft. Endlich wird die Nacht gut. Der Kopf ist frei.
"Sorry, bin total breit" - egal. Nicht mehr allein sein. Lachen, strahlen.
"Du bist verschwitzt", und fährt mir durchs naße Haar.
"Du siehst total sexy aus", und streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht.
Er ist dann weg, dafür Alkohol in meiner Hand. Ich will das nicht.
Aber die Geste war nett.
Ich mache mehrfach deutlich, keinen Alkohol mehr. Dafür habe ich nicht die letzten Wochen durchgehalten.
Jaja, ist ok - und ende mit noch mehr Wodka Orange.
Ich bin sehr ärgerlich.Godot übergeht mich.
Er hatte schon genug Bier. Langsam verändert er sich.
Kommt näher, wirkt ernst, ist nicht mehr entspannt.
Versucht er mich abzufüllen um weiterzugehen?
Ist es wieder mal soweit?
Er sagt mir nicht, wo er schlafen wird.
Ich sag: "Ich geh heute sicher allein nach Hause."
Die Botschaft ist klar, nur die Wirksamkeit wohl nicht.
Pause vom Tanzen, das Hosenbein vom fliegenden Bier durchtränkt. Ein wenig trocknen und in die Runde sehen. Er trinkt weiter.
Auf der Treppe stehen und etwas zur Ruhe kommen.
Schauen, wo T. steckt, der ist ziemlich benommen.
Reden, wippen, an nichts denken. Und dann…
…kommt ER die Stufen an uns vorbei.
Das Herz macht einen kleinen Schrei.
Begrüßung. Herz schlägt höher. Bin ich wach oder ist das der Alkohol?
Unerwartet huscht er später noch mal durchs Bild.
Glaub ich an Zeichen? Ist das ein Zeichen?
Ein drittes Mal muß es für mich noch sein.
Deine blaue Augen machen mich so sentimental, so blaue Augen
wenn Du mich so anschaust, wird mir alles andre egal - total egal
Deine blauen Augen sind phänomenal - kaum zu glauben
was ich dann so fühle, ist nicht mehr normal…
Grinsen. Godot nichts merken lassen.
Mit einer Ausrede kurz herumschleichen.
T ist besoffen und sieht wie ein Sandler aus.
Wir gehen wieder tanzen, diesmal nur am Rand.
Warten hat keinen Sinn. Erzwingen ist nicht.
Dann kreuzt er wieder meinen Blick. Lächelt mich an.
Ich überlege zu schmelzen. Reden kurz.
Das ist alles so eigen. Fünf Wochen verfliegen im Flug.
Das letzte Lied. Godot nur noch merkwürdig.
Der Alkohol zeigt bei ihm langsam seine Wirkung.
Laß ihn die Sachen holen, schau noch mal nach T.
Dann wieder er. Ist im Streß.
Seine Leute wollen gehen. Berührt mich am Arm.
Godot wirkt benommen, will was essen. Ich drängle.
Wir laufen und bekommen die Ubahn. Er ist auch da.
Wir sitzen vorne. Godot wird komischer.
"Ich hab Dich lieb", jaja, schon ok und schnatter.
"Ich hab Dich wirklich lieb" – unterschwellig spürt er wohl die Konkurrenz, wo er doch nie im Rennen ist.
Es ist kurz nach 6h. Ich laufe die Stiegen hoch und komm zeitgleich mit dem Zug. Er springt durch die sich schließende Tür.
Sieben Minuten gemeinsame Zeit. Zu lang und viel zu kurz.
Kaputt machen, oder weiterbasteln?
Bum bum. Kann nicht einschlafen.
Bum bum. Lächeln.
Bum bum. Er tanzt durch meinen Kopf.
Bum bum. Meine Seele drückt. Bum bum. Menschen bewegen sich.
Bum bum. Tränen bilden sich. Bum bum.
Bum bum. Warten auf Erlösung. Bum bum. Er tanzt in meinem Kopf.
Bum bum. Die Lieder texten
- ich bin allein - vermisse dich -
- will bei dir sein - ich liebe dich.
Alone. Can’t forget. I miss you. Still love you.
Bum bum. Get out of my head!
Bum bum. Die Lieder verfolgen mich.
Verliebt, verletzt, vermißt.
Bum bum. Es wäre toll, wär er hier.
Bum bum. Unerträglichkeit macht sich breit.
Bum bum. Tanzen ist noch nicht.
Die Verlockung brennt. Will nicht mehr denken.
Will den Kopf frei und Frieden kriegen.
Der Arm bleibt heilt.
"Du siehst nicht gut aus".
Klar, er geht auch nicht aus meinem Kopf raus.
Ich will nicht, loslassen ist nicht.
Dann in der Einsamkeit ein Freund.
Fest in den Arm genommen. Gedrückt, hochgehoben.
Wir sind für eine halbe Ewigkeit allein. Geborgenheit.
Seele kriegt Luft. Endlich wird die Nacht gut. Der Kopf ist frei.
"Sorry, bin total breit" - egal. Nicht mehr allein sein. Lachen, strahlen.
"Du bist verschwitzt", und fährt mir durchs naße Haar.
"Du siehst total sexy aus", und streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht.
Er ist dann weg, dafür Alkohol in meiner Hand. Ich will das nicht.
Aber die Geste war nett.
Ich mache mehrfach deutlich, keinen Alkohol mehr. Dafür habe ich nicht die letzten Wochen durchgehalten.
Jaja, ist ok - und ende mit noch mehr Wodka Orange.
Ich bin sehr ärgerlich.Godot übergeht mich.
Er hatte schon genug Bier. Langsam verändert er sich.
Kommt näher, wirkt ernst, ist nicht mehr entspannt.
Versucht er mich abzufüllen um weiterzugehen?
Ist es wieder mal soweit?
Er sagt mir nicht, wo er schlafen wird.
Ich sag: "Ich geh heute sicher allein nach Hause."
Die Botschaft ist klar, nur die Wirksamkeit wohl nicht.
Pause vom Tanzen, das Hosenbein vom fliegenden Bier durchtränkt. Ein wenig trocknen und in die Runde sehen. Er trinkt weiter.
Auf der Treppe stehen und etwas zur Ruhe kommen.
Schauen, wo T. steckt, der ist ziemlich benommen.
Reden, wippen, an nichts denken. Und dann…
…kommt ER die Stufen an uns vorbei.
Das Herz macht einen kleinen Schrei.
Begrüßung. Herz schlägt höher. Bin ich wach oder ist das der Alkohol?
Unerwartet huscht er später noch mal durchs Bild.
Glaub ich an Zeichen? Ist das ein Zeichen?
Ein drittes Mal muß es für mich noch sein.
Deine blaue Augen machen mich so sentimental, so blaue Augen
wenn Du mich so anschaust, wird mir alles andre egal - total egal
Deine blauen Augen sind phänomenal - kaum zu glauben
was ich dann so fühle, ist nicht mehr normal…
Grinsen. Godot nichts merken lassen.
Mit einer Ausrede kurz herumschleichen.
T ist besoffen und sieht wie ein Sandler aus.
Wir gehen wieder tanzen, diesmal nur am Rand.
Warten hat keinen Sinn. Erzwingen ist nicht.
Dann kreuzt er wieder meinen Blick. Lächelt mich an.
Ich überlege zu schmelzen. Reden kurz.
Das ist alles so eigen. Fünf Wochen verfliegen im Flug.
Das letzte Lied. Godot nur noch merkwürdig.
Der Alkohol zeigt bei ihm langsam seine Wirkung.
Laß ihn die Sachen holen, schau noch mal nach T.
Dann wieder er. Ist im Streß.
Seine Leute wollen gehen. Berührt mich am Arm.
Godot wirkt benommen, will was essen. Ich drängle.
Wir laufen und bekommen die Ubahn. Er ist auch da.
Wir sitzen vorne. Godot wird komischer.
"Ich hab Dich lieb", jaja, schon ok und schnatter.
"Ich hab Dich wirklich lieb" – unterschwellig spürt er wohl die Konkurrenz, wo er doch nie im Rennen ist.
Es ist kurz nach 6h. Ich laufe die Stiegen hoch und komm zeitgleich mit dem Zug. Er springt durch die sich schließende Tür.
Sieben Minuten gemeinsame Zeit. Zu lang und viel zu kurz.
Kaputt machen, oder weiterbasteln?
Bum bum. Kann nicht einschlafen.
Bum bum. Lächeln.
Bum bum. Er tanzt durch meinen Kopf.
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Donnerstag, 29. November 2007
Verdrängung
sid, 22:11h
Gestern nach dem Ölziehen nicht wie sonst das Öl in die Küchenrollen gespuckt, sondern von oben bis unten den Mistkübel eingesaut. Gereinigt hab ich ihn noch nicht.
Vorhin das Waschmittel über alles und auch den Meßbecher gekippt und eine halbe Stunde später den Tee über mich und die halbe Küche verteilt.
Aber nein, alles ok... mir gehts gut...
...ich warte bloß auf den Zusammenbruch.
Oder es liegt doch nur daran, daß ich heute Nacht nur insg. 4 Stunden schlafen konnte und heute morgen per Schocktherapie wach wurde (beide Wecker falsch gestellt).
Jedenfalls sehen die nächsten 9 Tagen schrecklich aus, erkennbar an der gestrigen Vogelstraußattitude.
Noch halt ich die Ohren gegen den Wind.
Vorhin das Waschmittel über alles und auch den Meßbecher gekippt und eine halbe Stunde später den Tee über mich und die halbe Küche verteilt.
Aber nein, alles ok... mir gehts gut...
...ich warte bloß auf den Zusammenbruch.
Oder es liegt doch nur daran, daß ich heute Nacht nur insg. 4 Stunden schlafen konnte und heute morgen per Schocktherapie wach wurde (beide Wecker falsch gestellt).
Jedenfalls sehen die nächsten 9 Tagen schrecklich aus, erkennbar an der gestrigen Vogelstraußattitude.
Noch halt ich die Ohren gegen den Wind.
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Mittwoch, 28. November 2007
Bis ans Ende gesoffen
sid, 22:43h
Seit ungefähr zwei Wochen liegt er im Krankenhaus. Endlich denk ich, da er seit Jahren bestreitet, Entzug, Pflegeheime etc werden verweigert, und sage nichts. Ich bin nur Zuhörer. Schon sehr lang.
Er ist in der Wohnung gefallen und hat sich verletzt. Die Heimhilfe eine Stunde pro Tag reicht nicht mehr aus. Die Ärzte wollen ihn aus dem Spital werfen – und was dann?
Sie hätten die Wahl – entweder nach Hause, dort umfallen, am Erbrochenen ersticken, oder im Krankenhaus bleiben, Lungenentzündung bekommen, Exidus.
Was für eine Entscheidung. In der Zwischenzeit hat sie sich darum gekümmert, daß die Pflegestufe erhöht wird, damit er einen Heimplatz bekommen kann.
Freitag erzählt sie dann, daß er auf der Intensiv im künstlichen Tiefschlaf liegt. Doppelte Lungenentzündung. Eine Rippenverletzung, die die Lunge in Mitleidenschaft zieht, wurde bei der Erstbehandlung übersehen.
Heute wacht er langsam aus dem Tiefschlaf auf, kämpft gegen die künstliche Beatmung. Die letzten Tage vorm Tiefschlaf hat er sich geweigert zu sprechen. Oder kann er nicht mehr.
„Du würdest ihn nicht mehr erkennen“, ich will auch nicht. Ich biete nur an, bis zur Station mit zu kommen und dann aufzufangen. Ich will ihn nicht so sehen und von der Intensivstation hab ich wohl ein lebenslanges Trauma.
Letztens hat sie gestanden, daß sie seit Jahren in Angst lebt. Schwerdepressive neigen dazu nicht allein in den Tod zu gehen. Was für ein Leben. Dahingegen scheint es eine Lappalie zu sein, was mir mein Vater ist.
Ich weiß nicht, ob ich gute Besserung oder ein schnelles Ende wünschen soll. Sie weiß es auch nicht.
Am liebsten tät ich Godot packen und ihn dorthin verfrachten. Ihn die Demenz erleben lassen, zwingen hinzusehen, was aus der Familie geworden ist, wie die Krankheit die Menschen zerfrißt. Niemand hat ein Alkoholproblem. Warum müssen es dann 4 große Bier in einer Stunde sein? Und selbst, wenn die 6 großen alkoholfrei waren, wenn ich ins Auto einsteig und die Fahne riech, kann was nicht stimmen.
„Wir haben heute ja gar keinen sauren Apfel getrunken“, nein haben wir nicht.
Und dann der andre Freund, der mit mir nicht Silvester feiern wollte, denn „Du trinkst keinen Alkohol, das ist nicht lustig“. Ist es auch nicht, ich bestimme selbst wann und wie ich lustig bin, dazu brauch ich keinen Alkohol.
Mein Glück ist wohl, daß ich dank meines Vater zu den Heulern gehöre. Ein wenig zu viel Alkohol und ich schaue, daß ich Land gewinne, denn wenn die Mauern und Dämme dann kippen, brauch ich kein Publikum.
Ich kann nichts für sie tun. Bloß immer wieder nachfragen, da sein, zuhören, auffangen, aufbauen. Am liebsten tät ich ihm in den Arsch treten. Das hätte aber keinen Sinn, derart dement tät er das wohl nicht mal merken… Alkohol macht Birne hohl und Familien kaputt.
Er ist in der Wohnung gefallen und hat sich verletzt. Die Heimhilfe eine Stunde pro Tag reicht nicht mehr aus. Die Ärzte wollen ihn aus dem Spital werfen – und was dann?
Sie hätten die Wahl – entweder nach Hause, dort umfallen, am Erbrochenen ersticken, oder im Krankenhaus bleiben, Lungenentzündung bekommen, Exidus.
Was für eine Entscheidung. In der Zwischenzeit hat sie sich darum gekümmert, daß die Pflegestufe erhöht wird, damit er einen Heimplatz bekommen kann.
Freitag erzählt sie dann, daß er auf der Intensiv im künstlichen Tiefschlaf liegt. Doppelte Lungenentzündung. Eine Rippenverletzung, die die Lunge in Mitleidenschaft zieht, wurde bei der Erstbehandlung übersehen.
Heute wacht er langsam aus dem Tiefschlaf auf, kämpft gegen die künstliche Beatmung. Die letzten Tage vorm Tiefschlaf hat er sich geweigert zu sprechen. Oder kann er nicht mehr.
„Du würdest ihn nicht mehr erkennen“, ich will auch nicht. Ich biete nur an, bis zur Station mit zu kommen und dann aufzufangen. Ich will ihn nicht so sehen und von der Intensivstation hab ich wohl ein lebenslanges Trauma.
Letztens hat sie gestanden, daß sie seit Jahren in Angst lebt. Schwerdepressive neigen dazu nicht allein in den Tod zu gehen. Was für ein Leben. Dahingegen scheint es eine Lappalie zu sein, was mir mein Vater ist.
Ich weiß nicht, ob ich gute Besserung oder ein schnelles Ende wünschen soll. Sie weiß es auch nicht.
Am liebsten tät ich Godot packen und ihn dorthin verfrachten. Ihn die Demenz erleben lassen, zwingen hinzusehen, was aus der Familie geworden ist, wie die Krankheit die Menschen zerfrißt. Niemand hat ein Alkoholproblem. Warum müssen es dann 4 große Bier in einer Stunde sein? Und selbst, wenn die 6 großen alkoholfrei waren, wenn ich ins Auto einsteig und die Fahne riech, kann was nicht stimmen.
„Wir haben heute ja gar keinen sauren Apfel getrunken“, nein haben wir nicht.
Und dann der andre Freund, der mit mir nicht Silvester feiern wollte, denn „Du trinkst keinen Alkohol, das ist nicht lustig“. Ist es auch nicht, ich bestimme selbst wann und wie ich lustig bin, dazu brauch ich keinen Alkohol.
Mein Glück ist wohl, daß ich dank meines Vater zu den Heulern gehöre. Ein wenig zu viel Alkohol und ich schaue, daß ich Land gewinne, denn wenn die Mauern und Dämme dann kippen, brauch ich kein Publikum.
Ich kann nichts für sie tun. Bloß immer wieder nachfragen, da sein, zuhören, auffangen, aufbauen. Am liebsten tät ich ihm in den Arsch treten. Das hätte aber keinen Sinn, derart dement tät er das wohl nicht mal merken… Alkohol macht Birne hohl und Familien kaputt.
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