Mittwoch, 12. September 2007
Kampfarbeiten
Morgen wirds lustig, morgen wirds schön.

Kurz vor 10h im KG aufschlagen. Dort hoffentlich nicht in Panik ausbrechen, wenn an die zehn 4jährigen eine halbe Stunden meine Versuchskaninchen werden. Nach der Verabschiedung einem Gehetzte zum

Drittjob, das dann für etwas 1,5 Stunden. Ursprünglich wollt ich da blau machen, aber meine Anwesenheit wird dringend erwünscht. Na gut, dort dann gegen 12.30 abreißen und zum

Kunden bis dann gegen 14.30 und dann am Rückweg zum Center beim

Mamazwergarbeitsplatz aufschlagen, Gutscheine holen, weiterrasen

Ankunft Drittjob und arbeiten bis der

nächste Kunde eintrifft. Dann pünktlich um 18.30 Schluß machen und zur

Unibibliothek rasen, die hat nämlich morgen länger auf, aber nur bis 19h und von dort zum

Erstjob-Center rasen, Kundenkohle abgeben, wahlweise VOR 20h, weil dann geschlossen wird und dann..

Dann gehts ins Einkaufszentrum Gutscheine gegen Warentauschen, aber auch schnell schnell, weil die um 21h dicht machen.

Irgendwann zwischen 21h und 21h30 zu Hause aufschlagen, ins Bett kippen, gegen 3h ausziehen, Licht abdrehen, weiterschlafen bis um 5h die Panik mich rüttelt, daß ich vergessen hätt den Wecker zu stellen um dann sehr ko aber pünktlich wieder um 8h beim Kunde zu sein...

Juheee juhee, des wird scheee.

Wenn ich so nachdenke, werd ich mir morgen besser eine Astronautenwindel umschnallen, denn da wird kaum Zeit für irgendwas bleiben. Nahrungsaufnahmen wird wohl in der Fahrzeit von A nach B geschehen. Wow - aber am Sonntag.. da bin ich dann geschafft : )

Ach und ganz dringend zur Bank muß ich auch, sonst gibts nächste Woche ein Desaster.

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Sonntag, 9. September 2007
RUF MICH AN!
Wenn man mich nach meinem Erstjob fragt, ist meine Antwort sehr oft "Callgirl". Die Blicke sind goldeswert. Von schockiert bis fasziniert, abgestoßen, interessiert. Alles schon erlebt.
Einige trauen sich dann auch nicht nachzufragen, obwohl nichts dabei wär.
Die Erklärung ist ganz einfach, der Kunde ruft das Unternehmen an, und wenn ich passe, oder der Kunde auf meine Wenigkeit besteht, bekomme ich einen Anruf und erledige dann die Arbeit.

Seit Freitag bin ich doppeltes Callgirl. Die Bezahlung ist nicht prickelnd und geht nach Zeit, aber es gibt einen Bonus bei Abschluß. Sechs Bezirke hab ich durchtelefoniert, ein paar Abschlüsse geschafft und mich dabei 3x selbst verkauft.
Wenn ich flott bin, hab ich's bis Mittwoch geschafft.

Irgendwie aber doof, jedes Mal, wenn man mir sagt, es wäre nach Zeit bezahlt und 3-4 Wochen wären veranschlagt, schaffe ich die Arbeit in grad mal einer Woche. Aber dafür hab ich dann wieder Zeit für meinen eigenen Krempel und die Träume hören endlich auf.

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Großputztag
Nachdem ich ja sonst den Mondstand zu Rate ziehe, bevor ich mich in die Waschküche aufmach - oder keine Wäsche mehr habe, hat es mich heute ganz "ohne" gepackt.

Vorhänge abmontiert (ein Paar ist seit 10 Jahren nicht mehr geschwommen) und eine Runde Karuseel fahren lassen. Das Papa Ratzi Gerede im TV wird vom Staubsauger aus den Nachbarwohnungen begleitet, oben wie unten putzen und zumindest rechts sie auch wie die Wilden.

Irgendwas muß in der Luft liegen.
Bei mir ist´s bloß ein Versuch aufzuholen, was ich durch 4 Tage Zweitjob und dann Drittjob nicht umsetzen konnten. Und mal wieder die fixe Idee bis zu einem gewissen Datum alles unter Dach und Fach haben zu müssen. Dazu kommt, daß ich die grad aufgedrehte Heizung nutze um nicht 4 Tage bei 80% Luftfeuchtigkeit leben zu müssen. Jetzt hab ich´s verschrien.
Morgen Abend, wenn die Heizung an ist, kommt dann die Bettdecke dran - jiipieee..

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Dienstag, 4. September 2007
Schmirgelpapier, einlagig
"Haben sie bei Euch auch das Papier auf einlagig getauscht?" fragt der Mamazwerg.

Gute Frage, ich war derart beschäftigt die Schmerzen zu unterdrücken, daß ich darauf nicht geachtet hab.

Es ist nämlich so, ich arbeite 4 Tage im Monat im gleichen Konzert wie der Mamazwerg. Dieser Konzern ist landesweit einer der größten Arbeitgeber. Jahr für Jahr machen sie mehr Gewinn. Tun das auch stolz kund, Weihnachtsgeschenke für MitarbeiterInnen gibt es schon lange nicht mehr. Und auch nicht mehr den handflächengroßen Stollen. Nicht, daß man davon satt würde, aber Stollen ist Stollen, und die 2 Bissen würden mir dann auch wieder reichen.

Die Firma hat an den großen Standorten Kantinen und das sieht für mich dann so aus: 4 Tagen dort arbeiten, 6 Tage Probleme mit den Magen (im Schnitt, kann auch länger dauern). Aber es ist nicht nur das und ich nicht allein. Über die Hälfte der Belegschaft ist nach dem Essen matt gesetzt. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall sind an der Tagesordnung. Das Essen strotzt vor – tja, was genau ist es denn?

"Nimm nicht die TUNKE", sagt der Mamazwerg dann. Auch, wenn ich nichts mit Tunke gegessen haben. Der Mamazwerg ißt Menü 3, ich Menü 1 – gleiche Situation.
Und jetzt zum drüberstreuen, wir vergessen nicht, wie finanzielle stark diese Firma ist: das Toilettenpapier ist wie Schmirgelpapier. Grau, sehr hart, Reibeisen. Nach dreimaligen Naseputzen damit, sieht man 4 Tage aus, wie jemand mit einem Alkoholproblem.
Mir graut davor, wenn ich 4 Tage ohne Wochenende dazwischen dort esse. Dann hab ich nach dem dritten Tag Blut am Papier und noch eine halbe Woche Schmerzen.

Schön, daß es dem Konzern so gut geht, jetzt wissen wir auch warum. Noch eines tät mich brennend interessieren: Nutzen die Bosse auch das Papier, oder haben die 4 Lagen Komfort?

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