Sonntag, 11. Juni 2006
Die Qual der Wahl
Das Faultier sitzt etwas verknittert, etwas allein zu Hause - so schnell gewöhnt man sich an ein Rudel - und denkt so bei sich den Abend vor der Glotze ausklingen zu lassen. Zudem geht's morgen zeitig aus den Federn, also was soll's.

"Gut gedacht Faultier, für was möchtest Du Dich also entscheiden?", fragt frech das TV Programm.

"Hinter Sender 1 lauert die Bierverdummung, hinter Sender 2 verbirgt sich Frau Pilcher - sind wir soviel Romantik heute gewachsen? oder nimmst Du Sender 3? Einmal Nicolas, den Du eh nicht leiden kannst, obwohl er heute mal eine angenehme Synchronstimme hätte?"

Faultier denkt kurz nach welches das kleinste Übel wäre, besinnt sich der Aufnahme von "Manhunter" und beschließt einfach schon von 19.30 weg zu schnarchen.

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Did it!
Zu dem Training (Mi/Do) gab am WE das Curriculum am Ort des Geschehens.
Eineinhalb Tag rauskommen auf Kosten der Firma, sonst schenkt man uns eh nix mit Leuten zusammen sein, die eine ähnliche Arbeit tun. Eine Menge Input, eine Menge Spaß und mal mehr Zeit mit jemand zu reden, als nur zwischen Tür und Angel.

Das Faultier hat bloß Donnerstag überlegt, Freitag Salat und noch etliche Pflanzen umgebuddelt, nachgefragt, ob noch Platz ist (und jeden damit genervt, daß das Faultier ein geniales We vor sich hat), dann noch eine 20km Radtour hingelegt und ist Samstag Vormittag ins Abenteuer aufgebrochen.

Manchmal muß man einfach spontan sein und Gelegenheiten ergreifen, wenn sie einem vor den Füßen fallen. Ich fand toll und trotz Arbeit und soviel zum Drübernachdenken war's ein klasse Kurzurlaub. Nicht mal das Schnarchen von meiner Zimmerpartnerin hat mich gestört.
Faultier – just relaxt, just happy.

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Mittwoch, 7. Juni 2006
Was ich manchmal gar nicht vermisse
Gestern steh ich in der Schnellbahn, in der Pfote den Kirschkuchen. Schon beim Einsteigen war das Handyfonat nicht zu überhören. Eine Frau sprach unentwegt auf jemanden ein. Wie auf ein krankes Kind oder auf einen verletzten Hund.
Das ging dann wohl noch weiter, aber bei der nächsten Station - 6 unendliche Minuten der Peinlichkeiten später - durfte ich raus.

Jedenfalls gings wohl darum, daß mann zugesagt hatte für den Urlaub schon ab der letzten Juniwoche freizunehmen. Am 30ten ist der Abflug, frau weigert sich zu fliegen, wenn mann noch am 30ten arbeiten geht - oder wäre das der letzte gemeinsame Urlaub, egal. Ihr Kompromiß: er arbeitet bis maximal Mittwoch, dann packen sie am Donnerstag gemeinsam und ab in den Süden. (Denk ich.)

Wir alle haben versucht wo anders hinzusehen. Niemand sah einen andren Fahrgast an. Peinlich berührt und das Szenario wohl kennend warteten alle geduldig bis zur Station.

Mir fehlt nichts, wirklich nichts. Und am allerwenigsten ein unzuverlässiger Partner. Ich finds wirklich toll, daß ich nur mir selbst in den Faultierhintern treten muß. Mir fehlt wirklich nichts.
Es hat mich nur stark daran erinnert, daß ich damals trotz aller Versprechen allein im Flieger nach Spanien saß, während Godot was auch immer gemacht hat.

In solchen Situationen merkt man erst, wie glücklich man gerade mit seinem Leben ist.

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Des Faultiers Zeit
Damit man mal einen Einblick bekommt, warum das Faultier sich so gerne in freier Zeit im Bett versteckt, sich dort rumwälzt, gähnt, weiter schläft und es sich gut gehen läßt: Nach außen hin sieht es so aus, als ob das Faultier ein fauler Hund wär. Zugegeben, ganz abwegig ist das nicht.

Donnerstag und Freitag pünktlich um 8h schon bei der Zweitarbeit erschienen, brav gearbeitet bis Dienstschluß. Am Donnerstag dann nach einem Abstecher heim zwecks umziehen weiter zur Erstarbeit gedüst und dort brav bis 20h gearbeitet. Hinterher noch auf ein kühles Dunkles *hüstel* Mit der allerletzten Bim heim.

Am Freitag hatte der Mamazwerg wohl ziemlich Mitleid (das Faultier hatte beim vortäglichen Mittagessen Knoblauch erwischt, aufpassen wie ein Hafterlmacher hatte leider nix genutzt) und nicht zum Hallali geblasen. Sprich - kein Anruf - keine Jagd auf Fehler.

Samstag nach dem Telefonat wieder ins Bett gekrochen, um dann - geduscht - kurz vor 18h noch zum Supermarkt zu spurten. Dann den Abend mit einem Freund Pizza essend verbracht und wir ja eigentlich Filmabend geplant hatten, es auf Mitternacht zuging und ich noch genug Geld mithatte, hab ich auf die letzte Ubahn verzichtet und wir haben noch Filme geschaut. Ankunft zu Hause: 7.45, weil ich wegen des Schlagoberseinkaufs den Zug verpaßt hab.

Pseudoschlaf den halben Tag und mich für die kommende Woche erholt. Montag dann emsig viel zu spät mit einigen Arbeiten angefangen, aber wenigstens den Kirschkuchen (samt Obers) gemacht.

Selbigen dann Dienstag Morgen in die Arbeit geschleppt, dort bis Dienstschluß brav gewerkelt, heim umziehen, bis 20h Erstarbeit.

Heute: Eigentlich Training (freiwillig, unbezahlt udn auf eigene Initiative) von 9h bis 17h, aber Erstarbeit wollte mich von 8h-12.30. Daher um 12h35 eiligst einmal halb ums Haus geflitzt und noch bisserl was mitbekommen. Training war viel zu früh aus, daher Blogzeit nützen vom Erstarbeitpc aus. Um 16h pilger ich dann los zu dem Mitarbeiterfest der Zweitarbeit. Das geht dann bis 22h. (Wäschewaschen wird langsam dringend, bloß wann?) Ich hoffe auf reichlich gutes Futter, denn seit dem Frühstück hab ich nichts mehr zu mir genommen.

Morgen zweiter Trainingstag ab 9h (außer die Erstarbeit hat Arbeit für mich). Dann gegen 15h verabschieden und zu meinem Steuertermin rennen. Am Abend event. noch einen Erstarbeitseinsatz.

Plan für Freitag: im Bett liegen und faulenzen. Dann wieder Erde rumschleppern, mir hoffentlich nix tun und weiter Pflanzen um- und einsetzen.

Am Wochenende könnte ich noch zum Camptraining ins Burgenland, aber ich glaub das lass ich. Interessant wäre bloß der zweite Tag und vllt hat ja mein Übungskind mal wieder Lust auf mich ; )

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Samstag, 3. Juni 2006
Nervigste Frage
derzeit:

"Hab ich Dich geweckt?" mit einem drauffolgenden obligatorischen "Wer schläft um diese Uhrzeit noch?"
Na wahrscheinlich ICH!

Ich bin es echt leid. Ich bin noch halbwegs jung, und ich glaube nicht, daß ich es rechtfertigen muß, wenn ich an einem Feier-, oder einem Wochenendtag um 10h noch im Bett lieg. Auch nicht, wenn ich an einem Freitag um 9.30 noch im Land der Träume war.

Vor allem nicht, wenn ich derzeit sehr oft erst gegen oder nach Mitternacht vom Mamazwerg heimreise oder es mir gestatte den Abend auswärts zu verbringen und nicht alle 2 Minuten auf die Uhr schau und halt erst mit der letzten Bim oder einem Nachtbus heimkomme. Und selbst wenn keine der beiden Abendaktivitäten zutrifft nehm ich mir das Recht heraus - jawohl!! bis 3h nachts fernzusehen und ein Video fertigzuschauen.

Nur weil eigene Kinder einen schon um 7h aus dem Schlaf plärren oder man selbst um 21h schon nimmer ansprechbar ist, heißt das noch lange nicht, daß ich mitleiden muß. Und wenn ich von 8h bis 20h arbeite - abzüglich der eineinhalben Stunden die ich heimfahr, mich umzieh und 15 Minuten abschalt, dann hab ich auch das Recht so lange zu schlafen, wie ich's für richtig halt. Ich bin keine 20 mehr, ich verdien mein eigenes Geld, herrje ich DARF schlafen, solange ich will.

Ich sollte den AB Spruch ändern und schauen was passiert.

"Sehr geehrte Anruferin, sehr geehrter Anrufer. Das Faultier befindet sich derzeit im Land der Träume, da es a. bis Mitternacht beim Mamazwerg war, b. einen ziemlich langen stressigen Tag hatte, c. unter Kopfschmerzen ob eine herannahenden Kaltwetterfront leidet, d. sich saufend sich bis zum Morgengrauen in einer Bar rumgetrieben hat, e. einfach bloß eine unruhige schlaflose Nacht hatte, f. bis in die Puppen ferngeschaut hat, g. bis zur ersten Ubahn wild rumtanzen war, h. mehrere zutreffende Gründe findet um nicht schon beim Telefon zu sein oder i. einfach nur friedlich den Tag faulenzend verbringt.

Wenn Sie keine Vorwürfe hervorzubringen haben, sprechen Sie nach dem Piep. Ansonsten legen Sie bitte auf und versuchen Sie es in 90 Minuten noch einmal."

PIEP

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