Mittwoch, 11. Mai 2005
Wie konnt ich nur so blöd sein...
Wie konnt ich nur denken, es hätte sich etwas geändert. Nur weil mehrfach besprochen, weil Offenheit vorgetäusch wurde.
Schon allein der Zustand der Wohnung hätte mich warnen müssen, das alles beim Alten ist. Ich bin wieder der Volldepp, mich kann man wieder ausnutzen. Ne Woche das Bett schön warm halten, Geburtstagsgeschenke abkassieren, herzeigen und für dumm verkaufen. Wie konnt ich nur so dumm sein. Und wenn ich endlich wieder zu Hause bin, werde ich vor Kummer wieder 5 kg zugenommen haben. Ich bin so ein Vollidiot. Vllt zieh ich es doch an, immer nur beschissen zu werden. Ich weiß nicht, am liebsten würd ich sofort heimfahren. Noch nie hatte ich so sehr nach einer Stunde Ankunft das Gefühl, daß es ein großer Fehler ist, überhaupt hier zu sein.
Ich werde brav die nächsten Tage funktionieren, mir nichts anmerken lassen, so tun, als wüßte ich von nichts. Ich werde jetzt die Wohnung in einen Zustand bringen, den ich die Zeit hier aushalte. Und dann, weiß ich nicht... Ich mache mir nicht die Mühe mein Paßwort aus der Liste zu löschen oder Verläufe zu manipulieren. Soll er diesen Eintrag doch finden. Soll er doch nur einmal einen Millimeter Ahnung davon bekommen, was er mir die ganze Zeit antut.

Und werde wohl dieses Mal Abschied nehmen, vllt nicht für immer. Aber ich halte das so nicht mehr aus. Ich werde versuchen die Tage zu genießen und wie immer alles wegzuschieben und zu ignorieren, weiter dran kranksein.

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Faultier verreist
Blog ist nicht geschlossen, nur kurzzeitig verurlaubt sozusagen. Eigentlich nur paar Tage Ortswechsel mit Internetanschluß. Nur weiß ich noch nicht, ob ich den Nerv hab sämtliche Spuren zu den div. Blogs, die auf meine Fährte locken könnten, zu löschen.

Insofern – wir sehen uns in 9 Tagen wieder.
Diejenigen, die mir trotzdem gern was in dieser Zeit sagen möchten, benutzen bitte den e-Mail Button : )

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Der Klopfgeist
Da ist er wieder. Unbeeindruckt davon, daß ich gestern die Heizung (unnötigerweise) entlüftet hab. Luft war nämlich keine drin. Klopf klopf macht's im variierenden Rhythmus. Egal um welche Uhrzeit. Ich mag es besonders, wenn der Klopfgeist mitten in der Nacht anfängt und mich aus dem Schlaf reißt.

Der Klopfgeist klopft nicht direkt in der Heizung sondern mehr am Boden – sehr seltsam. Jetzt wird er mal eine Zeitlang wieder einsam sein, außer er klopft weiterhin tapfer nach einer Freundin.

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Dienstag, 10. Mai 2005
Lieber krank, als im Warmen
Sonnenschein: Ich hab Halsschmerzen…
Ich – die Suche nach Trost ignorierend: Ist die Heizung an?
Sonnenschein: Nein.
Ich: Dann dreh die Heizung auf!
Sonnenschein entsetzt: Doch nicht im Mai!
Ich: Ahja, du wartest bis die Zwerge erfrieren.
Sonnenschein bestimmend: Die müssen das aushalten.
Ich: Aber ich nicht, ich hab schon eine Woche Halsschmerzen.
Sonnenschein: Wann kommst Du noch mal?*

Wir konnten uns einigen, daß ich die Heizung anmachen darf. Lieber wär mir, es wäre vorgeheizt. Wir werden sehen. Ich hab keine Lust krank zurückzukommen, es reicht seit der Freßparty Schmerzen zu haben.



* Da hab wohl jemand Streß wegen Aufräumen. Letzte Woche bekam ich einen Anruf, ob ich nicht die Ankunft vorverlegen könnt (die Wohnung wär grad so ordentlich). Wirklich interessant, daß man den Zustand nicht eine Woche halten kann *lach*
Vielleicht sollte ich doch noch diesen Link weiterschicken.

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Dienstag, 10. Mai 2005
Auftauchen
tat mein Clärchen heute wieder. Über 3 Wochen war sie verschwunden. Hat nicht reagiert auf Anruf, Sms, Mail, ICQ. Nicht mal zum Geburtstag konnt ich ihr gratulieren. Vorhin meinte sie, im Fall des Falles, würde man mich verständigen. Wie tröstlich...
Neben dem gewöhnlichen Abtauchen gab es zum Geburtstag ein heftiges familiäres Problem, das sie bewegte noch tiefer abzutauchen. Ich versteh nicht, wieso sie dann nicht mit mir redet. Wenigstens ist sie nach wie vor der Meinung wir sollten heiraten.
Wie wir das machen sollte, frag ich sie. Ich zu ihr ziehen und alle paar Tage haut sie ab zum Freund? - Keine schlechte Idee, das gefällt ihr. Na immerhin könnte ich dann auch meine Wohnung behalten.
Es tut gut, daß sie sich gemeldet hat, so kurz vorm eigenen Abtauchen. Sie fehlt mir immer sehr, wenn sie zum U-Boot wird.


Und den Text über sie darf ich auch online setzen.

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Mamazwergentag
Samstag vor 8h der mütterliche Weckruf – gegen 10h soll´s los gehen. Um einiges später als geplant sind wir dann endlich auf dem Weg. Das erste Geschäft wird heimgesucht, die Verkäuferin ist derart engagiert, daß sie dem Mamazwerg sichtlich nicht sitzende Kleindung einzureden versucht. Zwei Stunden lang. Aber gegen uns kommt sie nicht an. Der Mamazwerg läßt dennoch genug Geld in dem Laden und wir verschwinden pünktlich zum Ladenschluß. In den Außenbezirken mache man nach 13h kein Geschäft mehr, wird uns erklärt.
Später merkt der Mamazwerg an, daß solche Geschäfte sehr ungeschickt sind, weil es keinen Sitzmöglichkeiten für die Begleiterperson gibt. Das schafft ja oft Krisen. Jaja, ich kenn das, schließlich habe ich die meiste Zeit den Hocker in der Nachbarkabine besetzt. Das liegt auch daran, daß ich schwer von oben beurteilen kann, ob was wirklich sitzt. Dazu muß ich den Mamazwerg aus einer sitzenden Position drehen lassen. Gut, es ist außerdem fad zwei Stunden in einem Geschäft zu stehen, in dem man sich nicht mal an eine Wand anlehnen kann.

Nach einem längeren Fußmarsch überzeug ich den unleidigen Mamazwerg in die Stadt zu fahren. Der Mamazwerg ist sehr unwillig und murrt was von bevorstehenden Regen. Es kommt, wies kommen muß. Der Mamazwerg ist leicht bockig, die ersten Tropfen fallen, die Straßenbahn fährt davon und der Bus ist auch weg.

Der Mamazwerg stapft zur Busstation und überrascht mich mit dem Zeichen des guten Willens. Der Bus ist auch schnell da, und am Weg in die Stadt sehen wir das Geschäft in das der Mamazwerg sowieso einfallen wollte. Gesagt, getan. Die Sorte von Geschäft, wo gelangweilte Bankiersfrauen mit Namen und Sekt begrüßt werden um anschließend in die größte Kabine gelotst zu werden. Die Verkäuferin schafft es, daß ich immer im Weg stehe, auch wenn ich versuche unauffällig in einem Winkel zu stehen. Aufmerksam ist sie auch nicht. Ich reichen andre Hosen, andre Blaser. Die Verkäuferin ist mit "Ich hol uns schnell ein Glaserl Sekt Fr ****." beschäftigt. Ich bin froh, als wir den Laden verlassen. Sogar ein einfaches Shirt kostet mehr, als ich im Monat Geld für Lebensmittel zur Verfügung habe.

Draußen Regentropfen – murrender Mamazwerg. Mühsam lotse ich dahin, wo ich denke, daß das Lokal ist, in das ich einladen will. Nix da – es kam mir gleich spanisch vor neben "Neuer Markt" "Hoher Markt" auf einer Lokalführer-Seite zu lesen. Macht aber nix, ich wander in ein Geschäft und zusammen suchen wir auf der Karte den Weg. Mamazwerg murrt noch immer, brummelt was von falschem Weg und bestaunt etwas friedlicher Auslagen. Begeistert bleibt sie 3 Gehminuten vom Ziel vor einem Geschäft stehen. Ich walte meines Amtes und schick sie zur Anprobe.

Endlich sind wir im Cafe, das mir Amy (haben Sie die Geschichte gelöscht?) netterweise empfohlen hat. Wir sitzen am großen Tisch mit einer "Bißgurn" – O-Ton Mamazwerg. Ich hätte mich ja neben die Person gesetzt, aber der Mamazwerg bestand auf Platztausch. Nach dem Essen – es gab nur Brokkoli, also Quiche mit Brokkoli – und als die Person endlich weg ist, gesteht der Mamazwerg von der negativen Energie des Wesens Magenschmerzen zu haben und greift zu einer Tablette. Armer Mamazwerg. Sogar die Kellnerinnen haben genervt einen Bogen um die negative Ausstrahlung gemacht. Der Mamazwerg sieht auf die Uhr und meint, ich könnte ja noch mit in ein Einkaufszentrum fahren, wenn ich Lust hätte. "Ich hab den ganzen Tag für Dich Zeit", sag ich. Der Mamazwerg strahlt gerührt, freut sich über den Mamazwergtag. (Das kommt davon, wenn man am Telefon nicht zuhört *lach*)

Im Einkaufszentrum versuchen wir Schuhe in Zwergengröße zu finden, ohne Erfolg. "Der Vorteil mit Dir einkaufen zu gehen ist, daß wir die Herrenabteilung links liegen lassen können", sagt sie zu mir. Ein seltsames, aber liebgemeintes Kompliment, außerdem hab ich nur einmal – angekündigt – 5 min was für mich geschaut, der Rest des Tages war wirklich ihrer.
Interessanter Weise gelingt es uns nicht mehr Geld auszugeben, obwohl wir bis Geschäftsschluß um 18h in dem Center bleiben. Nach 7 Stunden geht’s an die Heimfahrt mit einem angeschlagenen Mamazwerg. Die Erschöpfung steht uns ins Gesicht geschrieben, aber Spaß hat's gemacht.

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