Mittwoch, 4. Mai 2005
Zwischen Mona Lisen und Madonnen
Letztendlich war ich mit mir bei der Ausstellungseröffnung.

Bei den ersten Bildern hetze ich vorbei. Viel zu viele "wichtige" Leute sind noch da. Nicht solche, die es sind, eher solche, die es gerne wären. Viel zu viele "Kunstkenner" noch anwesend, die sich lauter als notwendig mit großen Gesten über die Werke sprechen.
Es ist viel zu warm, trotz der offenen Fensterchen. Die Leute gehen gegen die Laufrichtung. Das mag ich überhaupt nicht, vor allem nicht, wenn so viel los ist. Einen Pfeil richtig zu lesen muß ja unheimlich schwer sein.

Ich schaffe mir einen Vorsprung und stehe fast verlassen vor weiteren Bildern. Endlich Zeit um zu schauen. Ruhe die gekonnten Striche und Stile zu bestaunen. Der Künstler beherrscht die Stile, hat viel Witz und ein genaues Auge, was die Vorbilder seiner Arbeiten angeht.
Ein paar Unbelehrbare stöckeln über den Hunderwasserboden. Nun ja, hier nur ein unebener Schiffsboden. Macht Spaß den Balanceakten zuzusehen, aber nur kurz. Weitere Werke warten. Ich stehe vor dem Bild mit der Nana und freu mich. Viele Leute haben sich noch mehr Unnötiges zu erzählen. Warum man das nicht draußen erledigen kann, frag ich mich nicht. Das hat bestimmt mit der wichtigen Nichtigkeit der Leute zu tun. Dabei bin ich doch extra später als geplant hingekommen, als ob sie es geahnt haben. Im Cafe hätte es heute genug Platz gegeben.

Als ich aus dem Museum komme, regnet es wieder. Ich strahle im Regen. Hinter mir schon wieder eine hektische Person. Raunzt genervt in ihr Handy. Ich bleiben stehen, um den Streßfaktor Straße gewinnen zu lassen und genieße die Wassertropfen auf meinem Gesicht. Ich freue mich darauf zu Hause fast nackt im Regen zu stehen, doch der Regen stoppt irgendwo am Heimweg. Die Straße glänzt schwarz, ich habe eine Korkenzieherlocker im Gesicht. Es ist ein schöner Tag.

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Ich wurde gegooglt
Wow - ich bin ganz fasziniert. Allerdings find ich's ein wenig irreführend, wenn man nach Bonsai Hunden China sucht bei Toby zu landen.

Ein wenig bekomm ich ja die Relation zwischen Bonsai - Bambus, Hund - Hase hin. Aber China?
Ach doch, jetzt :) die chinesischen Sternzeichen. Uff, ergibt es also doch einen Sinn. *lach*

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Dienstag, 3. Mai 2005
Mona Lisa bis Madonna
Werke von Mathias Waske werden ausgestellt und morgen Abend ist die Eröffnung.
Ich habe eine Einladung. Ursprünglich wollte das sanfte Mädchen mit mir hingehen, hat jedoch eine Woche nach der Zusage wieder abgesagt.
Der Mamazwerg ist krank und hat schon am Wochenende angekündigt krank nicht dort hinzugehen. Das befreundete Ehepaar, das ich eingeladen hatte – auch um ein abgesagtes Treffen wieder gut zu machen, hat sich noch immer nicht gemeldet.

Aber ich werde hingehen. Die Letzte Eröffnung habe ich absichtlich verpaßt. Die Künstlerin bzw. die Werke sprachen mich nicht an. Diesmal ist es anders. Ich habe eine Nana auf den Fotos des Folders entdeckt. Allein deswegen ist es wert hinzugehen. Letztes Jahr hab ich die Ausstellung Niki De Saint Phalle – Die Geburt der Nanas gesehen. Das war kurz vor dem Spanienaufenthalt. Das hat mir unheimlich Kraft gegeben.

Vielleicht findet sich ja noch jemand, der mitgehen mag. Ansonsten werde ich, wie so oft, nach der Arbeit durch die Stadt spazieren und einfach einen schönen Abend im Museum mit mir verbringen. Man kann sich auch alleine was Gutes tun. Ich freu mich auf die Bilder.

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Nenn mich Sid
Sonnenschein: Was hast du heute gemacht?
Ich, betreten: Hmm.. nenn mich Sid.
Sonnenschein: Wieso Sid?
Ich: Na ja, ich bin ein Faultier, ein ganz ein grosses.
Sonnenschein: Was heißt das?
Ich: Na nix hab ich gemacht...
Sonnenschein schockiert: Den ganzen Tag??
Ich, noch mehr betreten: Ich sagte doch schon: nenn mich Sid.
Sonnenschein anfeuernd: Na dann los, tu was!!
Ich: Ach Maaaannnnnyyyy...
Sonnenschein lachend: Das kannst du wirklich gut.

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Sonntag, 1. Mai 2005
Unendlich in Schokolade schwelgen
und dabei keine Kalorien zu sich nehmen. Auch wenn es sich anfühlt, als wären es Tausende in nur wenigen Minuten.
Wenn ich Ärger habe oder traurig bin, hol ich mir den Schokokick beim Blättern in dem Buch.
Leider ist es vergriffen, ich wäre sogar bereit gewesen das verlangte Geld dafür zu bezahlen. Es gibt jetzt eine neue Auflage im gleichen Verlag. Die hab ich am Freitag erstanden, da ich das geborgte Buch wieder zurückgeben werd müssen. Einen flüchtigen Augenblick dachte ich daran es zu behalten, aber ich hasse jeden einzelnen Menschen, der mir ein verborgtes Buch nicht zurück gegeben hat.


Jedes Mal wider besseres Wissen, gegen viele Versprechungen hab ich nachgegeben. Und fast jedes Mal dann der Ärger. Teilweise sind die Bücher nicht ersetzbar. Aus dem simplen Grund, weil man Erinnerungen, Geschenke nicht ersetzen kann. Vor allem nicht, wenn es diese Menschen nicht mehr gibt.

Den Griechischen Sagen bin ich 5 Jahre, zig Gesprächen, Anrufen, SMS und erbosten Mails, hinterher gelaufen. Eine Studienkollegin hatte sie für eine Prüfung geborgt. Godot hatte sogar schon das Buch via Amazon nachgekauft, das fand ich total lieb, aber ich wollte es nicht. Ich wollte ganz dringend das so oft gelesene Buch zurück, das ich mit 11 Jahren im Deutschunterricht lesen mußte. Das Exemplar, in dem mein Name und die Klasse stehen. Erinnerungen an eine tolle Lehrerin, der weitere folgten. Das erste Mal, daß wir nicht mehr wie kleine Kinder behandelt wurden. Faszination für die griechischen Helden.


Jedenfalls liebe ich dieses Buch vom ersten Augenblick an. Die Neuauflage kommt leider an die Erstauflage nicht heran. Sind in der Erstauflage die Bilder von einer Qualität, daß man meinen könnte, man säße den Kreationen gegenüber - man kann die Schokolage förmlich riechen -, so wirken die Bilder jetzt wie eine schlechte Farbkopie. Das ist sehr schade, denn genau diese Qualität macht die Erstausgabe so wertvoll (für mich). Vielleicht ist das der Grund, wieso das Buch jetzt fast nur mehr ein Drittel kostet. Trotzdem sehr schade. Ich warte dringend darauf, daß sich via Amazon jemand von dem Buch trennen kann. Soll ja vorkommen, daß Leute gar nicht wissen, welche tollen Schätze sie nicht möchten.


Es ist natürlich auch möglich, daß deswegen der Preis runtergesetzt war, weil es sich um nichtausgewiesene Mängelexemplare handelt.

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