Freitag, 15. April 2005
Wenn der Hase im Pfeffer liegt
Und der sogar rosa ist... Passend zum Hasen, passend zu Ostern und zu Frau Berenikes Plüsch. Sonst besteht der Tee noch aus Apfelstücken, Hibiskusblüten, Hagebuttenschalen, Aroma und Erdbeerstücken. Riechen tut er toll, geschmacklich hat er auch einiges zu bieten. Der rosa Pfeffer, der sich zunächst geschickt versteckt, hält noch lange nach dem letzten Schluck brennend an seinem Aroma fest. Nicht unangenehm, nur ungewohnt.

... verpflanzen (5 Kommentare)   ... bewässern


Donnerstag, 14. April 2005
Wohl mit finstrem Blick
eil ich durch die Gänge des Supermarkts. Zwei Kunden machen eilig den Weg frei, wohl aus Angst ich würde durch sie durchlaufen. Ich will hier weg, endlich heim. Ich hab das mehr als dringende Bedürfnis mir endlich die Hände zu waschen. Mit einer Spezialseife, die normale Seife bekommt selbst nach dem fünften Waschgang den Hundegeruch nicht ganz von den Händen. Ich bin genervt von der Bank und davon, daß mich der Sevilla-Aufenthalt noch immer verfolgt.

Das fing schon schlecht an, lange noch bevor ich dort war. Ein in Spanien lebender Deutscher, Gründer einer Apartmentfirma in der Stadt, in die wir wollten, verschmiß zunächst das Buchungsfax des gewünschten Apartments und war dann unfähig korrekt die Anzahlung ohne Spesen für mich zurück zu buchen (wozu gibt's schließlich IBAN und BIC). Ganz im Gegenteil, die Hälfte meiner Anzahlung war durch seine Dummheit verloren. Über 50 Euro Bankspesen aufgeteilt auf zwei Länder und es dauerte sehr lange, kostete sehr viel Nerven, Besuche und Anrufe bei meiner Bank, zig Mails, ein Besuch seinerseits in Deutschland und wohl auch ein Gespräch mit einer dortigen Bank und letztendlich Drohung mit Anwalt(es lebe die Rechtsschutzversicherung) und Polizei bis ich alles Geld wieder hatte. Oder beziehungsweise, das was durch sein Unvermögen in Spanien an die Bank verloren ging. Meine Bank hatte irgendwann ein Einsehen und hat mir ihre Spesen erlassen.

Drei Wochen vor dem Flug kam mir der Gedanke, daß ich in Spanien mit dem Bargeld möglicherweise nicht auskommen würde. Zumal ich mehrfach die Erfahrung gemacht hab, daß nicht in jedem Geschäft mit Kreditkarten bezahlt werden kann (hier ja auch nicht immer) und ich wollte nicht so viel Bargeld rumschleppen. Also ging ich zur Bank und ließ die Bankomatfunktion meiner Karte erstmalig aktivieren. Ich brauch das sonst nicht, weil die Bank so viele Indoormöglichkeiten hat, oder ich mit der Karte der 4 Buchstaben zahle.

Allein das war ja schon ein unglaubliches Theater. Ich war in einer Filiale in der Stadt. Mehrfach. Jedes Mal eine andere Dame. Jedes Mal wurde es noch schräger, noch komplizierte, noch nerviger. Ja, ich weiß, ich hätte zu meiner Betreuerin gehen sollen, dann wär das ruckzuck erledigt gewesen. Aber ich arbeitete fast täglich ein paar Ecken weiter und wollte nicht extra in meine Filiale fahren.

Irgendwann hatten sie es geschafft, die Karte war freigegeben. Der erste Test am Bankomaten war erfolgreich. Eine Stunde später wollte ich an einer Kassa mit der Karte zahlen - ging nicht. So etwas liebe ich ja sehr. Ich hatte zum Glück genug Bargeld mit (mit "Quick" erlebte ich vor Jahren eine ähnlich böse Überraschung) und ließ am nächsten Tag die Funktion wieder sperren. Dachte ich. Eine Karte, die nicht funktioniert, wenn ich sie brauch, will ich nicht, zahl ich auch nicht. Zumal die aktivierte Funktion pro Quartal verrechnet und der Verlust bzw. die Sperre sehr teuer wird.

Ich staunte nicht schlecht, als im Oktober am Kontoauszug irgendwas von Karte stand und dahinter der abgezogene Betrag. Der Mensch am Schalter klärte mich auf, wir klärten die gesperrte Funktion, ich unterschrieb etliche Zetteln und damit war die Sache für mich geklärt. Für die Rückbuchung ließ sich die Bank noch einmal extra viel Zeit.
Im Jänner oder Februar war wieder ein Abzug mit Rückbuchung einen Tag später. Bemerkt habe ich das beim Studieren des Kontoauszugs. Sehr wohlwollend. Toll fand ich das, daß das wohl reibungslos läuft. Bis heute...

Letzte Woche, die Banken waren schon geschlossen als ich den Auszug holte, das gleiche Spiel. Abzug wegen Karte. Bis heute keine Rückbuchung, also bin ich am Heimweg zwecks Klärung in die Bank rein. Die Dame ist etwas verwirrt. Zunächst will sie mir erklären, ich hätte nur Zugriff, wäre aber nicht hauptberechtigt. Wieso ich dann "mein Konto" sag, frag ich besser nicht. Wir klären die Besitzverhältnisse und sie zeigt mir am Bildschirm, daß die Automatenfunktion noch immer aktiv ist inklusive Rahmen. Eine Viertelstunde später verlassen ich die Bank. Ich bin schwer genervt und bekomme jetzt das, was ich zu vermeiden suchte. Eine neue Karte, ein neuer Code. Es sei unmöglich die Aktivierung auf der Karte zu streichen. Und das von einer Großbank...

Im Supermarkt, den ich abbruchreif finde, gibt es alles, nur keine maschinell gefüllten Oliven. Dafür sonst sämtliche Formen von Oliven in jeder Preisklasse, nur nicht meiner. Und mit Knoblauch will ich schon gar keine. Verzweifelt nehme ich fast ein viel zu überteuertes Glas mit. Da fällt mein Blick noch einmal auf die seltsamen Dosen weiter oben und greife zu. Spanische Oliven mit Anchovis gefüllt. Na mal sehen, ob die wirklich so schmecken wie in Spanien. Ein wenig versöhnlich bin ich wieder. Lächeln kann ich aber erst, als ich die Wohnungstür aufschließe und mir der Duft von "Hasenpfeffer" um die Nase schwebt.

... verpflanzen (0 Kommentare)   ... bewässern


Donnerstag, 14. April 2005
Daß Handymacken auch von Nutzen sein können
hat mir heute sehr gefallen. Seit ein paar Tagen dreht es sich hin und wieder gerne ab, das habe ich zunächst amüsiert bemerkt. Sehr unangenehm wurde es gestern, als das sich ausschaltende Handy zweimal ein und dasselbe Gespräch (eigentlich waren es dann ja zwei) unterbrach. Heute war ich dafür sehr dankbar...

Mit einer zufällig in einem Teegeschäft angerempelten Kollegin - "Aaaah, Du auch daaa" - war ich gerade in einer Confiserie. Denke ich zumindest. Wissen tu ich´s nicht. Wir folgten dem Schild "Pralinen", das neben "Neueröffnung" an den Auslagen des ehemaligen Jeansgeschäfts klebte. Drinnen war es sehr hell und sehr still. Die Art von Stille, in der jedes Geräusch doppelt so laut erscheint. In die Stille hinein hör ich überdeutlich meinen sehr leisen Klingelton nach mir quieken.

Die mitgeschickte Nummer sagt mir gar nichts. ER ist dran - und mir bleibt nichts andres übrig als vors Geschäft zu flüchten. Einerseits weil ich Leute, die in Geschäften rumtelefonieren statt rauszugehen nicht leiden kann, andererseits weil es da drinnen so unheimlich still ist, daß es schon sehr peinlich ist überhaupt abzuheben.

"Wir haben uns ja letztes Wochenende nicht gesehen", schießt er los. Ja, denk ich mir. Ist mir angenehm aufgefallen. Außerdem haben wir uns die drei vorhergehenden gesehen, davor kannten wir uns nicht.
Ich hatte ursprünglich Samstag sowohl Vormittag als auch Nachmittag jeweils eine Verabredung und wollte Sonntag zu einer Veranstaltung. Zeit wär da also eh nicht gewesen. Daß ich dann am Wochenende zu Hause war wegen den Werten vom Mamazwerg, war ja nicht geplant.

Innerhalb der ersten Sekunden frag ich mich, was mich geritten hat die Nummer herzugeben. Insgeheim hab ich gehofft, daß er sich nur Mail schreiben traut, statt anzurufen. Ich frage mich, wieviel Mut ihn das wohl gekostet hat. Tapfer murmel ich was von Mamazwergs sehr bedrohlichen Werten und daß ich deswegen das Haus nicht verlassen wollte. Er quatscht munter weiter. Drinnen seh ich, wie die Kollegin einige Schokoriegel in der Hand hält und mein leerer Magen meldet sich. Eigentlich wollte ich doch auch Schokolade anschauen.

Die Kollegin kommt raus, ich hänge noch immer am Telefon. Den Hinweis, daß ich nicht allein und unterwegs bin, ignoriert er befliesendlich. Sämtliche Versuche das Gespräch zu beenden ebenfalls. Er versucht mich zu was auch immer einzuladen. Ich habe Schwierigkeiten zuzuhören, links die Straße, rechts die Kollegin und vor uns ein Troß Touristen, die zwischen uns durch müssen. Ich murmel was von dringend an etwas arbeiten müssen und fälliger Steuererklärung, aber vielleicht in 2 Wochen dann. Das reicht noch nicht, er gibt nicht auf. Eigentlich wollte ich noch zur Bank, weil ich dringend einkaufen sollte. Keine Chance. Unterbrochen von meinen "aha", "na ja", "mal sehn", und sehr vielen "hmms", bestreitet er die Unterhaltung selbst. Und dann... eilt mir mein Handy zu Hilfe und schaltet sich einfach ab.

Diesen Zustand genieße ich dann den restlichen Heimweg. Zwar überkommt mich kurz die Panik, daß er zu mir fahren könnte, in Sorge mir wär was passiert, doch dann fällt mir ein, daß ich ja mehrfach gesagt hab, daß ich gerade unterwegs bin. Zur Sicherheit fahr ich einen Umweg um Zeit zu schinden.

... verpflanzen (0 Kommentare)   ... bewässern